ChatGPT im Unternehmen erlauben: Regeln für Mitarbeiter
ChatGPT im Unternehmen erlauben: was Sie vor der Freigabe klären, welche Regeln Mitarbeitende brauchen, was beim Datenschutz zählt und wie Sie Schatten-KI vermeiden.
Kurz gesagt: Wer ChatGPT im Unternehmen erlauben möchte, klärt vorher Zweck, Version und Konten, Datenschutz und Zuständigkeit. Danach braucht das Team wenige klare Regeln, eine Ansprechperson und eine kurze Schulung. Eine freigegebene Lösung mit Regeln wirkt gegen Schatten-KI meist besser als ein Verbot. Kundinnen und Kunden von KI-Mitarbeiter-Kompetenz erstellen ihre KI-Richtlinie ohne Aufpreis mit dem Generator im Admin-Bereich.
Erlauben, verbieten oder abwarten?
Viele Unternehmen haben ChatGPT weder erlaubt noch verboten. Genutzt wird es trotzdem, oft mit privaten Konten. Abwarten bedeutet in der Praxis meist, dass jede Person selbst entscheidet, was sie eingibt. Ein Verbot verlagert die Nutzung häufig nur aufs private Smartphone.
Bewährt hat sich ein dritter Weg: ChatGPT oder ein vergleichbares Tool bewusst freigeben, mit klaren Bedingungen. Wie Sie nicht freigegebene Nutzung erkennen und ordnen, lesen Sie im Artikel Schatten-KI im Unternehmen.
Was sollte vor der Freigabe geklärt sein?
- Zweck: Wofür soll ChatGPT genutzt werden, etwa Entwürfe, Zusammenfassungen, Übersetzungen oder Recherche? Und wofür ausdrücklich nicht?
- Version und Konten: Zwischen privaten bzw. kostenlosen Konten und Unternehmensangeboten gibt es Unterschiede bei Vertragsbedingungen, Verwaltung und Einstellungen, etwa ob Eingaben zur Verbesserung der Modelle genutzt werden. Klären Sie mit Ihrer IT oder Ihrem IT-Dienstleister, welche Version mit welchen Bedingungen eingesetzt wird.
- Zugänge: Konten mit Firmen-E-Mail-Adresse, möglichst mit zweitem Faktor bei der Anmeldung, und ein fester Ablauf, wer Zugänge vergibt und beim Ausscheiden entfernt.
- Datenschutz: Welche Daten in das Tool dürfen und ob vertragliche Regelungen mit dem Anbieter nötig sind, klären Sie am besten mit Ihrer Datenschutzverantwortlichen oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.
- Zuständigkeit: Wer ist Ansprechperson für Fragen, neue Funktionen und Vorfälle?
- Mitbestimmung: Gibt es einen Betriebsrat, sollte er frühzeitig einbezogen werden.
Welche Regeln brauchen Mitarbeitende?
Die Grundregeln sind für ChatGPT dieselben wie für andere KI-Assistenten: nur freigegebene Tools, keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten ohne Freigabe, Platzhalter statt echter Namen und Zahlen, Ergebnisse vor der Verwendung prüfen, Entscheidungen trifft der Mensch, bei ungewöhnlichen Bitten zurückrufen. Eine ausführliche Vorlage mit Liste der Tabu-Daten finden Sie im Artikel ChatGPT & Copilot: Regeln im Team.
Bei ChatGPT lohnt sich ein Blick auf einige Funktionen, die in allgemeinen Regeln oft fehlen. Je nach Version und Einstellungen sind das zum Beispiel:
- Datei-Uploads und Screenshots: Wer ein Dokument oder ein Bildschirmfoto hochlädt, gibt alle darin enthaltenen Daten ein, auch Namen in der Kopfzeile oder E-Mail-Adressen im Hintergrund.
- Geteilte Chats: Freigabelinks für Unterhaltungen können je nach Einstellung für alle mit dem Link sichtbar sein. Regeln Sie, ob und wie Chats geteilt werden.
- Erweiterungen und Verbindungen: Zusätzliche Apps, eigene Assistenten von Dritten oder Verbindungen zu Postfach und Ablage nur nutzen, wenn sie ausdrücklich freigegeben sind.
- Gedächtnis und Verlauf: Manche Versionen merken sich Angaben über mehrere Unterhaltungen hinweg. Klären Sie, welche Einstellungen im Unternehmen gelten.
- Agenten und Automationen: Funktionen, die selbstständig im Web handeln, Mails senden oder etwas bestellen, nur mit Bestätigung durch eine verantwortliche Person.
Wie verhindert man Schatten-KI nach der Freigabe?
Eine Freigabe hilft nur, wenn die freigegebene Lösung tatsächlich genutzt wird. Hilfreich sind:
- Zugang für alle, die ihn brauchen: Wer keinen Firmenzugang bekommt, greift eher zum privaten Konto.
- Klare Regel zu privaten Konten: entweder gar nicht für berufliche Inhalte oder nur für allgemeine Fragen ohne Bezug zu internen Informationen.
- Vorschlagsweg: Neue Tools und neue KI-Funktionen in vorhandener Software werden bei der Ansprechperson vorgeschlagen und erst nach Freigabe genutzt.
- Nachfragen: Nach einigen Wochen im Team fragen, was funktioniert, was fehlt und wo Unsicherheiten bestehen.
Wie kommen die Regeln aufs Papier?
Mit dem kostenlosen KI-Richtlinien-Generator erstellen Sie eine Vorlage als PDF, ohne Anmeldung. Kundinnen und Kunden von KI-Mitarbeiter-Kompetenz finden denselben Generator für die KI-Richtlinie im Admin-Bereich ihrer Schulungsumgebung, ohne Aufpreis enthalten, und können die Richtlinie dort speichern und fortschreiben. Sie wählen aus, welche Tools freigegeben sind, welche Daten nicht eingegeben werden, wie mit privaten Konten umgegangen wird, welche Prüfregeln und Kennzeichnungsregeln gelten, wie neue Tools beantragt werden, wer Ansprechperson ist und wann aufgefrischt wird. Daraus entsteht eine Richtlinie mit Version und Gültigkeitsdatum, die Sie als PDF herunterladen können.
Freigegebene Tools und Ansprechperson übernimmt der Generator automatisch auf die Merkkarte zur Schulung. Richtlinie, Merkkarte und Kurs passen so zusammen. Der Generator liefert eine Vorlage und ersetzt keine Rechtsberatung; passen Sie die Inhalte an Ihr Unternehmen an. Ein vollständiges Beispiel mit allen Bausteinen finden Sie im Artikel KI-Richtlinie Muster: Beispiel und Inhalte.
Wie führt man ChatGPT Schritt für Schritt ein?
- 1. Freigabe klären: Zweck, Version, Zugänge, Datenschutz und Ansprechperson festlegen.
- 2. Richtlinie erstellen: die Regeln auf einer bis zwei Seiten festhalten und allen bekannt machen.
- 3. Schulen: eine kurze Grundlagenschulung für alle, die ChatGPT nutzen, mit Vertiefung für Rollen wie HR oder Buchhaltung. Wer einbezogen werden sollte, lesen Sie unter Muss jeder Mitarbeiter eine KI-Schulung machen?
- 4. Nachsteuern: nach einigen Wochen Erfahrungen sammeln, Regeln anpassen, bei neuen Funktionen auffrischen.
Der Basiskurs von KI-Mitarbeiter-Kompetenz umfasst sechs Module mit rund 60 Minuten Lernzeit und fasst die Regeln im Modell „Die 3 Momente“ zusammen: vor der Eingabe, nach der Antwort und bei ungewöhnlichen Bitten. Er ist keine Klick-Anleitung für ein bestimmtes Produkt und gilt für ChatGPT ebenso wie für andere Assistenten. Setzen Sie Copilot ein, finden Sie Hinweise auf der Seite Copilot-Schulung für Mitarbeiter.
Wie gut Ihr Team schon aufgestellt ist, zeigt der KI-Selbsttest in rund zwei Minuten. Preise und Buchung finden Sie auf der Buchungsseite.
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Hinweis: Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung.